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Deutschland-Achter will ins WM-Finale

Alle großen Achternationen sind bei der WM in Racice am Start

Der Saisonhöhepunkt der Ruderer steht mit der Weltmeisterschaft in Racice (Tschechien) vom 18. bis 25. September vor der Tür. Das Team Deutschland-Achter ist am Mittwoch angereist – nur Torben Johannesen reist erst heute nach – und geht mit frischem Mut den Wettkampf an. Das junge Team hat in den Trainingslagern in Völkermarkt und Ternate eine gute Entwicklung genommen, die sich nun auch auf der Strecke zeigen soll. Die übrige Flotte des DRV ist coronabedingt arg dezimiert.

So meldete der Bereich Frauen Riemen nach Infektionen im Trainingslager in Polen nach Absprache mit den Trainern den Achter und den Zweier ohne ab. Der Vierer ohne war gleich gar nicht gemeldet. Bei den Männern muss der Doppelvierer nach Umbesetzung erneut passen - wie schon bei der EM in München.

Spannend dürfte werden, wie sich die beiden Einerfahrer Oliver Zeidler und Alexandra Föster in Racice gegen internationale Konkurrenz aus aller Welt schlagen. Beiden sollte der Einzug ins A-Finale gelingen. Der Deutschland-Achter ist nach mehrmaligen Umbesetzungen im Verlaufe der Saison ein wenig wie eine Wundertüte, strebt aber natürlich auch das Erreichen des A-Finales an.

Nach der Europameisterschaft rückten Tom Tewes und Mark Hinrichs für Laurits Follert und Olaf Roggensack, die wegen ihrer Ausbildung bei der Bundespolizei pausieren, ins Boot. Seitdem konnte das Team tagtäglich geschlossen trainieren. Mit einem guten Fazit des Bundestrainers Uwe Bender: „Wir sind eingespielter als vorher und haben uns in jeder Hinsicht weiterentwickelt, auch wenn unser Weg noch nicht zu Ende ist.“

Nach Siegen bei der Internationalen Hügelregatta und dem Weltcup in Posen, einem dritten Platz beim Weltcup in Luzern und dem vierten Platz bei der Europameisterschaft hat die Crew des Deutschland-Achter bei den Weltmeisterschaften viel vor. „Wir nehmen uns immer viel vor. Das ist unsere Art, wie wir an die Sachen rangehen, wie wir trainieren und arbeiten. Das liegt natürlich auch in der Geschichte des Deutschland-Achters“, sagt Bender und wird konkreter: „Wir wollen relativ weit vorne landen und um das Podium mitfahren. Ob das realistisch ist, können wir noch nicht einschätzen. Der Vorlauf wird den ersten Fingerzeig geben.“ Das erste Rennen für den Deutschland-Achter findet kommende Woche Dienstag (ab 12.31 Uhr) statt, das A-Finale steigt am Sonntag, 25.9., um 14.10 Uhr.

Die Ruderer und Steuermann Jonas Wiesen treffen auf die großen Achternationen: Neben Europameister Großbritannien, den EM-Zweiten und -Dritten Niederlande und Italien gehen Gastgeber Tschechien, Rumänien, die Ukraine, Australien, Kanada, China und die USA an den Start. „Das Meldeergebnis ist groß, auch in den anderen Klassen. Ich habe hier selten so viele Boote gesehen, es ist zumindest lange her“, erzählt Bender: „Wir kennen den einen oder anderen Gegner, aber können nicht alle einschätzen.“ Der US-Achter hat sich in dieser Saison bislang noch gar nicht gezeigt, einige andere Boote wurden teilweise neuformiert.

Auch beim Vierer ohne Steuermann herrscht große Vorfreude auf Racice. Für Max John, Marc Kammann und Theis Hagemeister wird es der erste Auftritt bei einer A-WM, Malte Großmann gewann 2017 im Zweier mit Steuermann WM-Bronze. „Keiner hat jetzt unmittelbar Erfahrung bei einer WM, aber wir nehmen das als Chance, auch wenn man merkt, dass es ab und zu ein paar Fragezeichen gibt“, so Vierer-Trainerin Sabine Tschäge. Der Vierer ohne hat es mit einem 19-Boote-Feld zu tun, darunter Europameister Großbritannien, die Niederlande, Rumänien, Südafrika, Australien und die USA. „Größtenteils sind es die Vierer, die über die Saison schon aufgetaucht sind. Wir haben eine gute Entwicklung genommen und werden dann sehen, wie die anderen sich entwickelt haben“, sagt Tschäge und nennt eine Zielrichtung: „Wir wollen um die Finalteilnahme kämpfen, auch wenn es schwer wird.“

ZEITPLAN

Deutschland-Achter: Vorläufe, Dienstag, 12.31 Uhr; Hoffnungsläufe, Freitag, 12.36 Uhr; A-Finale, Sonntag 14.10 Uhr.

Vierer ohne Steuermann: Vorläufe, Montag, 12.26 Uhr; Hoffnungsläufe, Dienstag, 11.14 Uhr; Halbfinals, Donnerstag, 12.05 Uhr; A-Finale, Samstag, 14.54 Uhr.